Lippe

1995 wurde das größte Naturschutzgebiet des Kreises Recklinghausen ausgewiesen. Fast 2200 ha Schutzgebiet nördlich und südlich der Lippe, beschreiben den gesamten Flusslauf mit seinen Überschwemmungsbereichen zwischen Waltrop und Dorsten als zentrale Biotopverbundachse im Kreis Recklinghausen. Als typischer Flachlandfluss fließt die Lippe noch in weiten Mäandern durch die Landschaft. In den Aubereichen sind an vielen Stellen Bruch-, Weich- und Hartholzauwälder erhalten. Altarme, vor allem in Datteln und nördlich von Marl, sind von Bruchwäldern, Röhrichten und Seggenrieden geprägt.

Der gesamte Flusslauf ist durchzogen von flutender Wasserpflanzenvegetation, die dem seltenen Flussneunauge einen idealen Lebensraum bietet.
In den Bereichen unterhalb der oft noch vorhandenen, durch vergangene Hochwässer erzeugten Abbruchkanten herrscht meist noch Grünlandnutzung. Neben den zahlreichen Feucht- und Magergrünländern sind vor allem die Tal-Glatthaferwiesen bemerkenswert. In den Übergängen zur Niederterrasse stocken zahlreiche Eichen- und Buchenwälder.     
Karte: Ausschnitt NSG Lippeaue bei Haltern (Luftbild 2004)

Der landwirtschaftlich genutzte Teil der Aue bietet mit seinen zahlreichen Hecken, Baumreihen und Kopfbäumen ein eindrucksvolles Beispiel der typischen Münsterländer Parklandschaft.
Diese vielfältig strukturierte Landschaft ist für zahlreiche Pflanzen und Tiere ein optimaler Lebensraum. Eisvogel, Rohrdommel, Nachtigall, viele andere Vogelarten bis hin zur Rohrweihe finden hier Platz.
Um die Schutzziele des Naturschutzgebietes, den Erhalt der naturnahen Flusslandschaft in all seiner Vielfältigkeit zu erreichen, bietet der Kreis Recklinghausen, im Rahmen des Vertragsnaturschutzes, Landwirten finanzielle Unterstützung bei der naturnahen Bewirtschaftung von Flächen im Naturschutzgebiet.
Seit 2002 ist die gesamte Lippe Teil des Europäischen Schutzgebietssystems Natura 2000.

 
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